2025/04/07 by Schirmer, Katja
#Bedeutung und Kontext #Begriffsanalyse #Demokratie und Sprache #Künstliche Intelligenz #Ludwig Wittgenstein #Philosophische Untersuchungen #Sprachgebrauch #Sprachphilosophie #kritisches Denken
paper · doi:10.21243/mi-01-25-22
Der Beitrag untersucht, wie uns die Sprachphilosophie Ludwig Wittgensteins helfen kann, die Mechanismen unserer Sprache bewusster wahrzunehmen und Missverständnisse zu vermeiden. Zwei Begriffsanalysen zeigen, dass Begriffe wie „Demokratie“ oder „Bewusstsein“ keine festen Definitionen haben, sondern von gesellschaftlichen und historischen Aushandlungsprozessen geprägt sind und ihre Bedeutung erst durch den konkreten Sprachgebrauch erhalten. Generative KI wie ChatGPT zeigt, dass sinnvolles Sprechen nicht auf einem tiefen inhaltlichen Verständnis beruht, sondern auf der geschickten Anwendung von Mustern, die aus dem realen Sprachgebrauch abgeleitet sind. ChatGPT „spricht“ flüssig, weil Sprache selbst nicht nach festen Regeln funktioniert, sondern nach wiederkehrenden Mustern und Konventionen, die sich durch Übung und Interaktion herausbilden. Der Essay plädiert für eine kritische Begriffsanalyse als Instrument der Sprachreflexion, um ideologische, politische und technologische Diskurse besser durchdringen zu können.