2024/04/10 by Grond, Oliver
paper · doi:10.57938/4b49c90f-c7ae-4fd9-aa4b-a5269e3fdefe
Diese Bachelorarbeit untersucht den Einfluss der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) auf die Nutzung von Nachhaltigkeitsberichten durch unternehmensexterne Akteurinnen. Dabei werden insbesondere die Chancen und Risiken der veränderten Nachhaltigkeitsberichtspflichten für Nongovernmental Organisationen (NGOs) im Menschenrechtsbereich abgewogen. Im ersten Schritt der Untersuchung wird eine systematische Literaturrecherche durchgeführt, um ein klares Bild der CSRD und ihrer Inhalte zu zeichnen. Im Anschluss folgt eine wissenschaftliche Analyse der Nutzung von Corporate Sustainability Reports (CS-Reports) und zuletzt eine eigenständige Diskussion der Nutzungspotentiale der veränderten Berichterstattungspflichten in der EU für Menschenrechts-NGOs. Die CSRD stellt eine Ergänzung der bestehenden EU-Gesetzgebung zur Förderung von betrieblicher Nachhaltigkeit dar und soll die Transparenz und den Informationsgehalt im CS-Reporting erhöhen, insbesondere zum Nutzen von Finanzakteurinnen. Aufgrund der steigenden Bedeutung nachhaltiger Finanzaktivitäten und gesetzlicher Vorgaben zeigen Investorinnen und Rating-Agenturen ein wachsendes Interesse an Nachhaltigkeitsberichten. Auch NGOs können CS-Berichte für ihre Arbeit nutzen und von den veränderten Berichtspflichten profitieren. Menschenrechts-NGOs könnten beispielsweise effektiveren Stakeholder Pressure ausüben und sich stärker in unternehmerische Entscheidungsprozesse integrieren. Dadurch können sie noch besseres Advocacy betreiben. Auf der anderen Seite stellen sich ihnen auch Herausforderungen, wie die fehlende Glaubwürdigkeit von Unternehmensberichten und begrenzte Ressourcen, in den Weg. Sollten sie die, mit dieser neuen Entwicklung verbundenen, Potenziale zu ihrem Vorteil nutzen, könnten sie einen größeren Beitrag zur Stärkung der Zivilgesellschaft und letztendlich zur Entwicklung einer nachhaltigeren Wirtschaft leisten.